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Amsterdam - Die grüne Stadt der schiefen Häuser

Ja es war schon wieder soweit, mein vermutlich letzter Flug für heuer stand an. Ein verlängertes Wochenende in Amsterdam war angesagt, wobei ich eigentlich zufällig zu diesem Trip kam, da meine Arbeitskollegin, Agnes, hier ein Konzert besuchen würde, meinte sie, ob ich nicht mitkommen wolle für ein verlängertes Wochenende. Die Option ergriff ich natürlich sofort.


Donnerstag nachmittags gings mit dem Zug zum Flughafen Wien und von dort nach Amsterdam. Der Flug war sehr angenehm, bis auf die Landung, so eine aprupte harte Landung hatte ich noch nie, vielleicht war der Pilot noch nicht lange im Geschäft. Vom Flughafen aus fuhren wir mit einem Zug, der echt alle paar Minuten ging, zur Central Station. Die Fahrt dauerte ca. 20 Minuten. Anschließend nahmen wir die Ubahn Richtung unserem Hotel. Von der Station mussten wir noch 5min laufen, jetzt hatte es zu regnen begonnen. Darauf waren wir schon gefasst, denn der Wetterbericht war nicht gerade einladend für die nächsten Tage.


Im Hotel angekommen, bekamen wir Sekt zur Begrüßung, den wir dann mit ins Zimmer nehmen durften, mit so einem Sektglas in der Hand, lässt sich so eine Liftfahrt zum Zimmer auch leichter aushalten, wobei ich eh Glück hatte, denn dieses lag im ersten Stockwerk. Wir gingen dann bald zu Bett, Agnes war noch nicht ganz fit, sie musste heute ihr letztes Antibiotikum wegen einer Nasennebenhöhlenentzündung nehmen, so dass wir das Wochenende sehr gemütlich verbringen würden.


Am Freitag sahen wir uns das Anne Frank Haus und eine Lichtershow in einer Kirche, die von Rembrandt und Van Gogh handelte an. Ersteres war sehr interessant für mich, da man schon einen guten Einblick in die damaligen Umstände bekam, jedoch kann man sich die Zeiten damals, heute gar nicht mehr vorstellen. Man sollte auf jeden Fall nicht menschenscheu sein, wenn man sich in dieses Museum wagt, denn es ist mehr ein Herumschieben als ein entspanntes Informationen aufnehmen. Der Audioguide, der im Ticket enthalten war, erzählte alles notwendige. Im Museum erhielten wir auch für unseren nassen Regenschirm ein eigenes Verstausackerl, welches sich noch als sehr nützlich herausstellen sollte.


Nach dem Museum suchten wir aufgrund des Starkregens Unterschlupf in einem Cafe, wo wir uns sehr leckeren Apfelkuchen gönnten. Achja meine Hose und Schuhe waren schon 5min nachdem wir das Hotel verlassen hatten, komplett nass, da Wind und Regen schräg von vorne kamen. Nachdem Kuchen war ich wieder halbwegs trocken. Wir marschierten noch etwas in der Innenstadt herum, bevor unser Timeslot für die Lichtershow an der Reihe war.


In der Kirche konnten wir am Boden auf Sitzkissen Platz nehmen. Das hatte für mich etwas echt beruhigendes und ich musste aufpassen, dass ich während der Show nicht einnickte. Es wurde dabei 40min lang eine Geschichte von Rembrandt und Van Gogh erzählt, wobei es mir echt schwer fiel zu folgen. Die Bilder, die der Reihe nach, an die Wände der Kirche projeziert wurden, waren aber sehr beeindruckend.


Nach der Show machten wir noch ein paar Vintage Läden unsicher, wo sich Agnes zwei Jacken fand. Vermutlich war es Schicksal, dass sie ihre warme Jacke zu Hause vergessen hatte.


Zum Abendessen ging es in ein indisches Lokal, wo ich leider nicht das bekam, das ich bestellt hatte, aber ansonsten war er geschmacklich sehr gut. Nach dem Essen liefen wir gemütlich zurück ins Hotel. Jetzt hatten sich die Gassen schon richtig mit Menschen gefüllt, vermutlich lag das auch daran, dass es zu regnen aufgehört hatte. Die beleuchteten Gassen wirkten richtig gemütlich und wir stellten heute auch schon fest, dass die Stadt sehr viel grün hatte. Teilweise wucherten die Bäume und Pflanzen nur so in den kleineren Seitengassen. An den Bildern könnt ihr auch schon die ersten schiefen Häuse erkennen, dazu später mehr.

Am Samstag war unser erster Stopp ein Markt. Dort liefen wir, da es gerade nicht regnete, zu Fuß hin. Hier war auch ziemlich viel los, aber wir konnten erfolgreich ein paar kulinarische Mitbringsel besorgen und ich fand mir einen echt angenehmen Schal. Es begann immer wieder zwischendurch kurz zu regnen, aber wir waren ja mit unseren Schirmen gut ausgestattet. Auch die Zubereitung der legendären Stroopwaffeln konnten wir mitansehen. Das sind ganz dünne Waffeln, die mit warmer Karamellsoße zusammen geklebt werden.


Nach dem Markt beschlossen wir unsere Beute ins Hotel zu bringen. Einen Teil der Strecke fuhren wir diesmal mit der Bim. Das ist hier übrigens super easy, man hält einfach die Bankomatkarte beim Ein- und Aussteigen hin und bezahlt je nach Streckenlänge. Im Hotel checkte ich die Wetterbedingungen auf Regenradar. Es sollte die nächsten zwei Stunden trocken bleiben, so entschieden wir uns dafür, heute gleich eine Grachtenfahrt zu machen. Wir hatten wirklich Glück, nur ganz am Schluss fing es leicht zu nieseln an. Die Bootsfahrt war ganz lustig, wobei wir auch das schmalste Haus Amsterdams zu sehen bekamen und eine Brücke, der man 24h Liebe nachsage, wenn man sich darauf küsse, sie würde auch Tinderbrücke genannt werden.


Die Schiefe der Häuser lag hauptsächlich daran, dass sie alle auf sumpfigen Boden (ganz Amsterdam) errichtet wurden. Sie stehen auf Holzpfählern, welche unterschiedlich nachgeben. Manche wurden aber auch absichtlich nach vorne geneigt, um mit Falschenzügen verschiedenste Güter, wie zb. Möbel ganz nach oben zu transportieren ohne die Fassaden zu beschädigen. Auch verständlich, denn über deren "Hendltreppen" stelle ich mir das Hochtragen nicht lustig vor.

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Nach der Grachtenfahrt gingen wir indonesisch essen. Das Lokal war echt gemütlich und das Essen sehr gut, wobei der Geschmack für mich etwas ungewohnt war (indonesisch stand bei mir bisher noch nie am Speiseplan).

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Auch hier hatten wir wieder Glück, der schlimmste Regen fiel während wir aßen. Anschließend liefen wir, am Holocaust Denkmal und der Tinderbrücke vorbei, wieder zurück ins Hotel.

Am Sonntag starteten wir ganz gemütlich in den Tag. Agnes Konzertkameraden landeten gegen Mittag, mit ihnen trafen wir uns in einem Lokal auf Lunch bzw. Kaffee. Anschließend verließ ich die Truppe und lief alleine zum Hotel zurück, wo ich ein paar Sachen ablud. Nach einer kurzen Pause marschierte ich in die Innenstadt. Zeitweise ließ sich heute die Sonne blicken und diese Fenster musste ich einfach nutzen, um Amsterdams schöne Farben festzuhalten.

Ich gönnte mir abends einen sauren Crepé mit Käse gefüllt und shoppte noch etwas Süßes für zu Hause. Anschließend marschierte ich wieder Richtung Hotel, wo ich den Abend mit Blog schreiben und lesen ausklingen lies. Dabei gab's ein paar Erinnerungen an früher dazu - einen Eistee mit Kohlensäure. Diesen Geschmack verbinde ich immer mit den Europameisterschaften im Carambol Billard, die mein Bruder in seiner Teenagerzeit bestrat. Dazu waren wir öfter in den Niederlanden und Belgien unterwegs und ich durfte meistens zum Anfeuern mit.

Agnes kam gegen halb 1 vom Konzert zurück und hatte einen richtig tollen Abend gehabt. Montag ließen wir unser Gepäck nach dem Check Out im Hotel zurück und fuhren nochmal mit der Ubahn in die Innenstadt. Vom Hauptbahnhof nahmen wir die Fähre, welche gratis sind in ganz Amsterdam, auf die andere Seite zum Adams Turm. Dort gings in einem Lift mit Lichtershow 100m in die Höhe, um dann ganz Amsterdam bei Sonnenschein zu überblicken. Das war nochmal ein schöner Abschluss.

Abschießend trafen wir uns nochmal mit Agnes' Konzertkameraden. In einem sehr bekannten japanischen Klamottengeschäft wurden nochmal all unsere Handgepäck bis aufs letzte Eck aufgefüllt. Abschließend gab's dann noch Fritten aus einem bekanntem Frittenladen. Dann verabschiedeten wirs uns von Agnes Freunden und fuhren zurück zum Hotel und anschließend wieder mit dem Zug zum Flughafen.



Dort hatten wir dann entspannt 2h Zeit bis das Boarding starten sollte. Doch es war ein Austrian Flug und die laufen bei mir bekanntlicherweise nie ganz reibungslos ab. Wir hatten eine gute halbe Stunde Verspätung, somit würde sich unser geplanter Zug in Wien leider nicht ausgehen. Der Flieger war bum voll. Agnes und ich waren in der letzten Boarding Gruppe und konnten somit unser Handgepäck nicht mehr in den Gepäckfrachtfächern verstauen, da diese alle schon voll waren. Das versteh ich überhaupt nicht, wie das geht, wenn sich alle an die Größenbestimmungen halten würden, dürfte das ja nicht passieren. Egal unser gesamtes Gepäck wurde irgendwie unter den Sitz vor uns gequetscht. Ansonsten war der Flug aber ganz angenehm. In Wien angekommen, gings mit dem Zug wieder retour über Amstetten nach Ybbs.


Mein Amsterdam Fazit: eine sehr grüne gemütliche Stadt mit viel unterschiedlichen Restaurantmöglichkeiten. Die schiefen eng aneinander gebauten Häuser und die Grachten (künstliche Kanäle) geben der Stadt einen ganz besonderen Touch, bei Sonnenschein reicht es schon nur durch die Gassen zu schlendern und den Flair aufzunehmen. Leider hatten wir es etwas nasser erwischt, aber dafür kann Amsterdam ja nichts. Der spezielle Geruch und das Rotlichtviertel ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig, zweiteres bräuchte ich nicht. In Summe auf jeden Fall einen Wochenendtrip wert.


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